Die Entwicklung und Förderung eines gesunden Sozialverhaltens bei unseren Zuchtdoggen

Erster Kontakt mit fremden Hunden

Mit dem nachfolgenden Programm geht es in erster Linie um eine emotionale Verarbeitung von Stressfaktoren eines Begleithundes in der Großstadt. Durch Förderung des Sozialverhaltens im Welpenalter wird ein Fehlverhalten der erwachsenen Dogge verhindert. Ist die Dogge z.B. mit sozialen Verhaltensweisen wie den Naso-Nasal-Kontakt, der Ano-Genital-Kontrolle und dem Imponierverhalten fremder Hunde vertraut, dann wird sie später auch nicht aus Angst überreagieren. Leinenzwang ist aus der Sicht der Entwicklung eines Sozialverhaltens völlig kontraproduktiv.

  4. -  7. Lebenswoche     Gewöhnung an das Autofahren (ohne Ein- u. Aussteigen)
  ab   8. Lebenswoche     Gewöhnung an das Laufen mit Leine u. Halsband in der Öffentlichkeit (1. Impfung mit 6,5 Wochen)
  ab   9. Lebenswoche     Erziehung des Doggenwelpen zum korrekten Verhalten in Wohnräumen. Klärung der Rudelordnung.
  ab   9. Lebenswoche     Gewöhnung an sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel von Berlin.
  ab   9. Lebenswoche     Gewöhnung an Orte mit großen Menschenansammlungen, Bahnhöfe, Einkaufszentren, Märkte, Demonstrationen
  ab 12. Lebenswoche     Gewöhnung an Wasser / je nach Jahreszeit
  ab 13. Lebenswoche     Gewöhnung an alle Hunderassen einschließlich gut sozialisierte Pittbull- u., A. Staffordshire Terrier (nach der 3. Impfung)
  ab   5. Lebensmonat     Ausstellungstrainung
  ab   6. Lebensmonat     Der Aufenthalt ohne Leine im Hundeauslaufgebiet ist unseren Doggen bis ins hohe Alter zum Bedürfnis geworden.
        Urlaubsfahrten mit dem PKW nach Venedig, Rom, Rotterdam oder Warschau waren problemlos mit Doggen möglich.
       

Dieses Sozialisierungsprogramm für unserer Doggenwelpen basiert auf folgende Entwicklungsphasen des Hundes:
Prägungsphase (4.-8.Woche), Sozialisierungsphase (8.-12.Woche), Rangordnungsphase 3.-5.Monat.
Des Weiteren wurden von mir als Doggenzüchter doggenspezifische und gesundheitsprophylaktische Aspekte berücksichtigt.
Das heißt, keine Überbeanspruchung beim Laufen durch Inanspruchnahme verschiedener Verkehrsmittel.
Die sehr wichtige Unterordnung bei Deutschen Doggen wird bei allen Sozialisierungsübungen ständig mit eingebaut. Das beginnt mit dem Laufen an der Leine und wird durch Rückrufübungen ohne Leine gesteigert.
Die Unterordnung dominiert bei der Erziehung zum korrekten Verhalten in Wohnräumen.
Aus diesem Grund wurde auch die Formulierung "Erziehung" und nicht "Gewöhnung an ..." verwendet. Im Gegensatz zum Hundeplatz ist die Deutsche Dogge in der Öffentlichkeit allen Unterordnungszwängen gegenüber wesentlich motivierter.
Ich weise darauf hin, dass dieses Programm völlig frei von "Vereinszwängen" ist. Unter Vereinszwänge sind neben einer strengen Hierarchie in Kompetenzfragen vor allem finanzielle Vereinsinteressen wie zum Beispiel Kursgebühren o. Mitgliedsbeiträge gemeint.
Dieses Programm wird von mir als Doggenzüchter seit mehreren Doggengenerationen erfolgreich angewendet.
Es basiert auf Erfahrungen aus dem Tierschutz. Finanzielle Interessen spielen in diesem Fall keine Rolle.
Wir mögen souveräne Deutsche Doggen mit einem gesunden Sozialverhalten.
Deutsche Doggen mit einem ausgeprägten Rückwärtsgang oder Angstbeisser, bei denen die Angst buchstäblich aus den Augen springt, sind u.a. auch ein Ergebnis aus sinnloser Vermehrung.
Hier ein paar Beispiele für Wesenprobleme durch ein schlecht entwickeltes Sozialverhalten bei Deutschen Doggen:
- Aggressionsprobleme: Rüde-Rüde u. Hündin-Hündin, aggressive Reaktion auf kleine provozierende Hunde (Terrier, Dackel),
- Dominanzaggression oder Angstaggression unter Belastung im Allgemeinen,
- Bissverletzungen u.a. auch bei Kindern. (Woldzegarten-Röbel)
Obwohl die Deutsche Dogge grundsätzlich als sanfter Riese eingestuft wird, sieht das in der Beißstatitistik etwas anders aus.
Die Deutsche Dogge hält sich z.B. in Berlin mit jährlich 8-9 gemeldeten Bissen relativ konstant. Das waren 1998=9, 1999=8 und 2007=8 gemeldete Bisse pro Jahr.
Diese Tatsache ist zusätzlich unter dem Aspekt zu betrachten, dass die meisten Deutschen Doggen gezielt aus der Öffentlichkeit fern gehalten werden.
Wesentlich erschreckendere Hinweise zu Beißvorfällen, u.a. auch mit Deutschen Doggen, findet man unter:
www.maulkorbzwang.de/Briefe/fakten/beiss_statistikmitangaben.doc
Alles das sind Tatsachen, die auf Widersprüche der Doggenzucht, der Doggenausbildung und der Doggenhaltung zum Doggenstandard hinweisen.
Eine Frage in diesem Zusammenhang ist auch, wieviel sogenannte Qualitätssiegel jeglicher Art wert sind, wenn sie selbst verliehen wurden.
Durch Vermeidung von Inzucht einer gezielten Selektion und die Anwendung des oberen Programms konnten massive Wesensprobleme aus unserem A-Wurf im Jahre 1995 (VDH/DDC 1O2 1O6) überwunden werden.

© by Günter Dießel / Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.