Die Gewichtsentwicklung eines Doggenwelpen

Fotos

(Indra vom Gehrensee" - Geburtsgewicht: 560g - Vater: Damarkann Dubai Venture - Mutter: Hera vom Gehrensee)

Gewichtsentwicklung - Indra vom Gehrensee

Legende: x = zeitliche Entwicklung in Tagen / y = körperliche Entwicklung in Gramm

                               
  Geburt: Kaiserschnitt - Kleintierklinik der FU-Berlin  
  Muttermilch: ständig reichlich vorhanden  
  Pflegeleistung der Mutterhündin: ab dem 4. Tag hervorragend  
  Zufütterung: in den ersten 3 Wochen nicht notwendig  
  durchschnittliche Zunahmen: ab der zweiten Woche etwa 100g täglich  
  Entwurmung: "Panacur" 3x 2ml, danach in regelm. Abständen  
  Fotos als visueller Beleg: http://www.doggen-vom-gehrensee.com/doggen_welpen_portraits.htm  
       
  Hinweise: Gewichtsabnahmen von bis zu 10% oder sehr geringe Zunahmen in den ersten Tagen sind meist in einer Luftfeuchtigkeit von unter 55% im Welpenraum begründet. (optimale Luftfeuchtigkeit 65%)  
    Ab dem 23. Lebenstag erfolgte bei Indra die Zufütterung von Welpenbrei (Welpenfutter für große Rassen).  
       

Das Gewicht einer Deutschen Dogge in den ersten 18 Lebensmonaten

("Indra vom Gehrensee" - Vater: Damarkann Dubai Venture - Mutter: Hera vom Gehrensee)

Gewicht - Deutsche Dogge

Legende: x = zeitliche Entwicklung in Monaten / y = Gewicht in kg


Bei der Fütterung ging es um die Gesundheit und damit um ein möglichst optimales Gewicht im ersten Lebensjahr.
Hier ein Zitat von Meyer/Zentek 2005 zum Thema Gewichtsentwicklung: "In der Aufzucht sind nicht maximale, sondern optimale Zuwachsraten anzustreben. Das heißt nicht, dass der junge Hund in seiner Entwicklung großgehungert werden soll."
Indra hat drei verschiedene Futtermittel (Puppy, Junior, Adult, alle in Premiumqualität) bekommen. Die verwendeten Fertigfuttermittel wurden speziell für die Aufzucht großer Rassen entwickelt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass durch Verwendung unserer Futtermittel vom Typ "Puppy" u. "Junior" die Gewichtsentwicklung sehr moderat war. Durch die Verwendung des energiereichen "Adult"-Futtermittels wurde die Gewichtsentwicklung vollendet. Die vorgestellte Gewichtsentwicklung entspricht der einer Doggenhündin. Indra hat einen sportlichen Körperbau. Durch ihre Größe kommt sie mit 21 Monaten auf ein optimales Endgewicht von 60 kg.


Größenwachstum einer Deutschen Dogge

(Indra vom Gehrensee" - Vater: Damarkann Dubai Venture - Mutter: Hera vom Gehrensee)

Wachstum - Deutsche Dogge

Legende: x = zeitliche Entwicklung in Monaten / y = Risthöhe in Zentimeter

Die oben abgebildete Wachstumskurve beschreibt das Größenwachstum unserer Doggenhündin "Indra" trotz restriktiver Fütterung. Unsere Doggenhündin "Indra" zeigt in der Größenentwicklung Werte wie sie für Rüden typisch sind. Die Endgröße ist genetisch festgelegt. Die Risthöhe von Indra beträgt 84 cm.

Gefüttert wurde auf der Basis von Wachstumskurven für die Gewichtsentwicklung bei Deutschen Doggen. Grundlage waren die Inaugural-Dissertation von Carmen Füglistaller von der Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich und ähnlichen Gewichtsangaben der Herstellerfirma unseres Premiumfuttermittels. Die Fütterung erfolgte zwischen der 9. Lebenswoche und dem 9. Lebensmonat "leicht restriktiv". Das heißt, wir haben die Futtermenge reduziert um auf die empfohlenen Gewichtsangaben in Zusammenhang mit der Wachstumsgeschwindigkeit von Deutschen Doggen zu kommen.
Die Dissertation von Dr. Füglistaller geht davon aus, dass die meisten Deutschen Doggen auf Grund einer "ad libitum" Fütterung in der Wachstumsphase zu schwer sind.
Unsere Gewichtsangaben sind allerdings nahezu identisch mit den Angaben unseres Premiumfuttermittelherstellers hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit von Riesenrassen ab 45 kg Körpergewicht.
Die Wachstumsdaten sind individuell zu betrachten. Die Wachstumskurven (Gewicht u. Größe) sind nur vom Typ her auf andere Doggen übertragbar.
Unterschiede im Kurvenverlauf ergeben sich durch die genetische Veranlagung, durch die Zusammensetzung des Futtermittels, durch die Futtermenge und durch das Geschlecht der Dogge.

Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich die hohe Verantwortung des Doggenzüchters aber auch des Welpenkäufers bei der Welpenaufzucht.
An der Qualität des Futters zu sparen widerspricht § 2 (1) des Tierschutzgesetzes. Am Beispiel der Fütterung von Doggenwelpen wird eine alte Züchterregel besonders deutlich: "Alle Aufzuchtfehler, können später nie wieder gutgemacht werden."

Größenwachstum:
Die Wachstumsgeschwindigkeit der Körpergröße (Risthöhe) ist in erster Linie vom Alter und von der genetischen Veranlagung abhängig. In den ersten drei Lebensmonaten wächst die Deutsche Dogge am schnellsten. Die Dauer des Wachstums ist nicht ganz leicht festzustellen. Ob die Dogge 11, 12, 13 oder 14 Monate wächst hat nur eine geringe Bedeutung. Der Größenzuwachs ist in diesem Alter sehr gering. Da die Deutsche Dogge nicht kontinuierlich, sondern in kleinen Schüben wächst, sollte man die Endgröße erst relativ spät festgelegen. Nicht selten erfolgt der letzte kleine Wachstumsschub in der Mitte des zweiten Lebensjahres.
Je nach der zu erwartenden Endgröße wachsen relativ kleine Deutsche Doggen deutlich langsamer in die Höhe als die großen Vertreter der Rasse.
Da immer wieder vor einem schnellen Wachstum insbesondere in Verbindung mit einem ganz bestimmten, teuren Premiumfuttermitteln gewarnt wird, hier ein offenes Wort:
Ein Problem für manche Züchter ist nicht die Qualität, sondern der Preis des Futtermittels. Nicht wenige Zuchten sind kommerziell ausgerichtet, es geht in solchen Fällen mehr um Gewinne.
Ich habe mit dem Größenwachstum meiner Doggen auf der Basis einer maximalen genetischen Varianz, im Rahmen einer 20 jährigen eigenen Doggenzucht (keine Fremdankäufe v. Doggen), bisher keine Probleme gehabt. Bei Vertretern der Inzucht kann die Situation durchaus anders sein. Schuld für Probleme sind in der Regel grundsätzlich die anderen. In nicht wenigen Fällen werden die Futtermittel verantwortlich gemacht.
Nach meinen Erfahrungen ist die Einhaltung des Phosphor-Kalzium-Verhältnisses am wichtigsten.
Ich schließe mich der Meinung von Mayer/Zentek an, dass es dann Probleme geben wird wenn die Dogge mit viel Energie auf Substanz "getrieben" wird. Auf Grund der Robustheit (keine Inzucht) der Deutschen Doggen vom Gehrensee, liegt der Schwerpunkt in der Aufzucht meiner eigenen Zuchtdoggen in erster Linie bei der Sozialisierung und Ausbildung des Doggenwelpen.

Anliegen:
Als Züchter legen wir in der Aufzucht auf gleichmäßige Gewichtszunahmen und auf einen schlanken, relativ leichten Doggentyp großen Wert. Unnötige Belastungen des Bewegungsapparates sollen so vermieden werden. Es wird nicht versucht das genetisch veranlagte Größenwachstum durch eine Veränderung der Futterzusammensetzung zu manipulieren. Anhand der Diagramme wird deutlich, dass der Bewegungsapparat besonders in der Phase des schnellen Größenwachstums bis zum 9. Lebensmonat nicht fest (im Sinne von belastbar) sein kann. Deshalb sollte die freilaufende Deutsche Dogge in der Öffentlichkeit während der Wachstumsphase gebremst werden. Doggen sind erst ab dem 12. Lebensmonat trainierbar.
Eine Ausnahme bildet das Schwimmen. Da beim Schwimmen der Bewegungsapparat entlastet wird, führen wir ein Schwimmtraining bereits im ersten Lebensjahr bei unseren Nachwuchsdoggen durch.

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An dieser Stelle vier richtungsweisende Zitate aus der Dissertation von Dr. Füglistaller unter Punkt 6.2.4. Deutsche Doggen:

"Das durchschnittliche Geburtsgewicht für Deutsche Doggen beträgt nach Meyer und Zentek (2005) 567 g."
"Meyer und Zentek (2005) gingen von einem Adultgewicht von 60 kg für Rüden und von 55 kg für Hündinnen aus."
"...Dies bestätigt, dass die Deutsche Dogge im Vergleich zu anderen Riesenrassen einen höheren Energiebedarf hat (Rainbird und Kienzle, 1990)"
"Eine Überversorgung mit Rohprotein ist laut Meyer und Zentek (2005) und Case et al. (1997) nur ein Problem bei gleichzeitiger Energieüberversorgung."

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weitere Informationen:
Empfohlene Wachstumskurven von Junghunden im ersten Lebensjahr zur Kontrolle des Wachstumsverlaufs (aus MEYER und ZENTEK 2005)
Quelle: Seite 5, Abb. 1
"Untersuchungen zur Energieverdaulichkeit und dem Energiebedarf wachsender Hunde in Abhängigkeit von Rasse und Calciumversorgung"
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München von Viktoria Frank aus Radebeul München

Die Größe der Deutschen Dogge


In der Öffentlichkeit werden hinsichtlich der Größe der Deutschen Dogge immer wieder Standpunkte vertreten werden, die auf Gerüchten basieren. Hinzu kommt, dass nicht selten mit fiktiven Daten geworben wird. Trotz alledem, hier einige allgemeine Hinweise:
Im Zuchtstandard wurde am 20.12.2012 neben einer Mindestgröße eine Maximalgröße für Deutsche Doggen festgelegt. Die Größe von Doggenrüden soll sich demnach zwischen 80 cm und 90 cm Widerristhöhe (Schulterhöhe) bewegen. Doggenhündinnen sollen mindestens 72 cm, höchstens aber 84 cm groß sein.
Rein statistisch gesehen kann man einen Doggenrüden als groß bezeichnen, wenn er eine Widerristhöhe von 89 cm oder größer hat. In der Regel endet das Wachstum der großen Doggenrüden bei einer Widerristhöhe von 92 cm. Ausnahmen von der Regel sind bekannt.
Bei Doggenhündinnen kann man den Bereich einer großen Doggenhündin etwas genauer eingrenzen. Dieser beginnt bei der Mindestgröße für Doggenrüden (80 cm) und endet in der Regel bei 85 cm Widerristhöhe.
Diskussionen über riesengroße Deutsche Doggen oberhalb von 92 cm Widerristhöhe sind vielleicht interessant, gehen aber am Anliegen des Standards und an der Praxis absolut vorbei.

Gewicht - Größe und Gesundheit von Deutschen Doggen


Hinsichtlich der Auswirkungen der Größe auf die Gesundheit gibt es die unterschiedlichsten Hypothesen. Manche Bedenken beruhen auf ernsthaften Sorgen um die Gesundheit unserer geliebten Dogge, andere Behauptungen stammen von Lobbyisten.
Hier einige grundsätzliche Feststellungen:
Rassebedingte gesundheitliche Probleme ausschließlich an der Größe einer Dogge fest zu machen wäre sehr einseitig. Das Gesamtgewicht ist genauso relevant wie die Größe.
Nun ist es in der Regel so, dass die sehr großen Doggen vom Typ her sportlich sind und deshalb mit ihrem Körpergewicht lediglich im Mittelfeld der Population liegen.
Die wirklich schweren Doggen sind nicht die Doggen vom Typ "Great Dane", sondern die kleineren u. mittelgroßen Doggen die vom Typ in Richtung "Mastiff" gehen. Hier wirken grundsätzlich andere Kräfte.
Wenn bei den sehr großen Doggen die "langen Hebel" von Bedeutung sind, so ist es bei den deutlich kleineren "Mastiff-Doggen" die höhere Gesamtmasse.

Was ist zu beachten?
- Man sollte keinen Doggenwelpen aus einer Zucht kaufen, wo wiederholt mit leichter Hüft- oder Ellenbogengelenksdysplasie gezüchtet wurde.
- Während des schnellen Wachstums des Doggenwelpen ist eine angemessene Ernährung und eine mäßige Bewegung zu gewährleisten.
- Magendrehung: Doggen sollten täglich in mehreren kleinen Portionen gefüttert werden.
- Die erwachsene Dogge ist beim Spiel ohne Leine mit anderen Hunden zu kontrollieren, damit nicht zu hohe Kräfte wirken. (Vorbeugung von Sportverletzungen)
- Das Gesamtgewicht der erwachsenen Dogge sollte in Grenzen gehalten werden. (kein Gewichtswettbewerb)

© by Günter Dießel / Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.