| Fütterung | |
© by Dipl.Päd.G.Dießel |
Hinsichtlich der Fütterung großer
Hunderassen gehen die Meinungen von Züchtern sehr oft beträchtlich
auseinander.
Trotz aller Vorzüge einiger sehr guter Trockenfuttermittel,
insbesondere in der Welpen- und Junghundaufzucht, würden unsere Doggen
herkömmliches Hundefutter auf Grund des besseren Geschmacks immer
vorziehen.
Da es in der Aufzucht von Doggen auf eine sehr genaue Abstimmung
aller Futterbestandteile ankommt, sollte man in der Wachstumsphase eindeutig
hochwertigen Fertigfuttermitteln den Vorzug geben.
Die tägliche Futtermenge ist abhängig vom Gewicht der Dogge, der Belastung des Hundes und von der Zusammensetzung des Futters. Sie beträgt im Durchschnitt etwa 1000g Trockenfutter oder etwa 2 kg herkömmliches Futter täglich. Doggen sollten in der Wachstumsphase so gefüttert werden, daß ihre Rippen mit den Fingern deutlich fühlbar sind. Gelenkschäden durch Übergewicht können so vorgebeugt werden.
Für die Aufzucht von großen Hunderassen werden in den meisten Zoohandlungen hochwertige Fertigfuttermittel angeboten. Der Preis dieser Futtermittel liegt etwa bei 50,-Euro für eine 15kg Packung.
Das Zufüttern von Fleisch ist
bei Fertigfuttermitteln unangebracht. Durch den hohen Phosphorgehalt des
Fleisches wird das Phosphor- Kalziumverhältnis im Futter negativ
beeinflußt.
Trotzdem scheint Abwechslung in der Fütterung notwendig zu sein. Kleine
und mittlere Hunderassen werden meist wesentlich abwechslungsreicher als Doggen
gefüttert und haben dadurch kaum gesundheitliche Probleme.
Das Optimum, also ein frisches, nicht einseitiges Futter mit einem optimalen
Kalzium- Phosphorverhältnis erfordert einige Sachkenntnis.
Der bequeme Weg, der meistens gegangen wird, zahlt sich langfristig gesehen
meiner Meinung nach definitiv nicht aus.
Die Deutschen Doggen vom Gehrensee werden wie folgt gefüttert:
In der Aufzucht verwenden wir eines der herkömmlichen Trockenfuttermittel, das speziell für die Aufzucht von großen Rassen konzipiert wurde. Dadurch wird ein gleichmäßiges, nicht zu schnelles Wachstum gewährleistet. Handelsübliche Leckerli, mit Ausnahme von ab und zu einen Rinderkehlkopf, werden nicht gegeben.
Danach stellen wir unsere Doggen auf herkömmliches Futter um. Wir achten darauf, daß unser Futter aus Bestandteilen zusammengesetzt ist, die nach den Richtlinien für die menschliche Ernährung kontrolliert werden. Das klingt im ersten Moment übertrieben. Wer sich aber einmal mit tierischen Nebenprodukten aus der Tierkörperverwertung beschäftigt hat, weiß was gemeint ist. Anliegen ist es, das durch Zucht entwickelte, stabile Immunsystem bis ins hohe Doggenalter zu erhalten. Sehr oft wird behauptet, dass es nicht möglich ist Eigenfuttermischungen genau zu dosieren. In Zusammenarbeit mit dem Tierarzt sind die Ergebnisse durch Frischfutter bei uns wesentlich besser als mit sehr teuren u. manchmal lange gelagerten Spezialfutter aus dem Fachgeschäft. Der Preis ist nahezu gleich. Es macht nur mehr Arbeit für zwei Doggen regelmäßig frisches Futter aufzubereiten.
1. Fleisch (60%), etwa 1,2 Kilogramm pro Tag als Eiweißversorgung:
Als Fleischzusatz bestellen wir frisches
Rindfleisch z.B. Muskelfleisch,
Herz, Nieren,
Lunge, Pansen u.
Stichfleisch von kontrollierten Rindern.
In
unregelmäßigen Abständen wird auch Hammelfleisch gegeben.
2. Kohlenhydrate (30%)
Hier verwenden wir hauptsächlich Haferflocken (350g), aber auch Eiernudeln und ab und zu Reis.
3. Gemüse (10%)
Als Gemüse bieten sich Möhren besonders an. Diese sollten geschnitten und leicht angekocht sein.
4. Vitamine
Da Möhren allein nicht ausreichen um eine vollständige Vitaminversorgung zu gewährleisten und Doggen Gemüse nicht immer als sehr schmackhaft betrachten, geben wir als Ergänzung zwei Tabletten eines ausgeglichenen Multivitaminpräparates dazu.
5. Mineralien:
Die Mineralstoffversorgung ist sehr wichtig und darf nicht vergessen werden. Da Fleisch immer sehr viel Phosphor enthält, wird ein Mineralstoffgemisch mit einem hohen Kalziumgehalt benötigt. In der Regel sind die handelsüblichen Angebote hierfür nicht geeignet. Hier handelt es sich meist um Mineralstoffgemische, die den Grundbedarf an Mineralien verbessern, nicht aber einen erhöhten Phosphoranteil im Fleisch durch hohe Kalziumgaben wieder ins richtige Verhältnis bringen. Als Mineralstoffergänzung kann man verwenden:"Rachitin", "frubiase calcium forte 500", "Calcium AL 1000 Brausetabletten". Die tägliche Dosis sprechen wird mit dem Tierarzt ab. Grundlage dafür ist die Untersuchung des Kalzium- Phosphorverhälnisses im Blut. Auf Grund mehrerer Blutuntersuchungen an verschiedenen Doggen verwenden wir in bestimmten Fällen "frubiase calcium forte 500" (10 ml=500 mg Calciumgluconat + 350 mg Calciumlactat + Vitamin D). Da dieses Präparat rezeptpflichtig ist, sind wir zu anderen Mitteln übergegangen. Mit "Calcium AL 1000 Brausetabletten" (1000 mg Calciumcarbonat) oder handelsüblichen Nahrungsergänzungsmitteln gleicher Zusammensetzung und gleicher Dosierung haben wir ähnlich gute Ergebnisse erzielt. Man sollte aber eine mäßige Vitamin-D Versorgung im Auge behalten, da Vitamin D die Aufnahme von Kalzium fördert. Mit anderen Worten, ohne ein Multivitaminpräparat geht es nicht.
6. Kalzium/Phosphorverhältnis
Eine natürliche Kalziumversorgung erfolgt durch Knochen. Zuviel ist aber auch hier ungesund. Zum Beispiel wird der Kot durch sehr viele Kalbsbrustkochen weiß und hart. Hinzu kommt, daß Knochen neben Kalzium auch Phosphor enthalten und damit ein optimales Kalzium- Phosphorverhältnis nicht gegeben ist.
Hinsichtlich des
Kalzium- /Phosphorverhältnisses gehen die Meinungen beträchtlich
auseinander. Eine alte Lehrmeinung besagt 2:1. Also doppelt soviel Kalzium wie
Phosphor. In vielen Veröffentlichungen wird aber ein
Kalzium- Phosphorverhältnis von 1,2:1 angegeben. Auf Grund eigener
Erfahrungen orientieren wir uns auf ein Verhältnis von annähernd 2:1.
Es wird aber grundsätzlich erst nach einer Blutuntersuchung entschieden ob
und wieviel Kalzium gegeben wird. Die optimale Kalziumversorgung,
sollte man besonders in der Wachstumsphase sehr ernst nehmen. Eine
lebenslängliche Arthrose (Gelenkabnutzung) könnte die Folge
sein.
Es hat sich herausgestellt, dass 1g der oben genannten
Kalziumverbindungen bei einer optimalen Vitaminversorgung
ein Kalzium- / Phosphorverhältnis von 2:1 ergeben.
7. Kosten
An einem Tag frißt eine Dogge durchschnittlich 1kg Trockenfutter. Legt man auf Qualität wert, so kosten 15kg Markenfutter für große Rassen etwa 50 Euro. Im Monat werden 2 Tüten benötigt.
Selbst hergestelltes Futter hat etwa die gleiche Preislage wie hochwertiges Trockenfutter von Markenherstellern wenn man mageres Muskelfleisch einbezieht. Unser Futter ist immer frisch, von hoher Qualität und liefert deshalb bessere Ergebnisse als Trockenfutter. Nur staatlich zugelassene Fleischhändler o. Fleischer sind berechtigt Hundefleisch preiswert direkt vom Schlachthof zu beziehen. Halter von großen Hunderassen sollten deshalb Fleisch beim Großhändler kaufen.
Werden Billigfuttermittel verwendet, so geht der doggentypische Körperbau, also die Substanz, zurück. Die Schultern werden schmaler u. der Hund eleganter. Durch Sparen am Futter wird definitiv ein durch Zucht entwickelter Fortschritt im Körperbau wieder rückgängig gemacht.
| Allgemeine Hinweise: | |
| In der Doggenaufzucht sollte man grundsätzlich nur spezielle Trockenfuttermittel, die für die Aufzucht großer Rassen konzipiert wurden verwenden. | |
Für erwachsene Doggen gibt es zwei Möglichkeiten der Fütterung : |
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entweder man füttert herkömmlich wie oben beschrieben, oder man wählt ein hochwertiges Trockenfutter welches speziell für die Haltung großer Rassen konzipiert wurde. Eine einseitige Fütterung, insbesondere über einen längeren Zeitraum, ist zu vermeiden. Zu viele Leckereien wirken sich meist negativ aus. Übergewicht kann besonders während des Wachstums zu schweren Skelettdeformationen führen. Da Doggen sehr unterschiedlich in Größe und Körperbau sein können und der Futterbedarf stark von der Haltung (Wohnungshaltung-Freilandhaltung) abhängig ist, sind konkrete Angaben über die täglichen Fütterungsmengen in der Wachstumsphase immer etwas problematisch. Der beste Hinweis über den Fütterungsbedarf ist das Abtasten der Rippen. Diese müssen leicht zu fühlen sein. Um Zahnstein entgegenzuwirken, sind gelegentlich kleinere Rinderknochen oder Kalbsbrustknochen sehr empfehlenswert. (Geringe Knorpelgaben, u.a. auch Rinderkehlköpfe, können die Entwicklung der Gelenke beim Junghund positiv beeinflussen.) Bei weichen Bändern an den Vorderläufen ist die Zugabe von "Canosan" notwendig. Das Laufen ist einzuschränken. Zusätzlich sollte gegen Würmer behandelt werden. |
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| Geben Sie bitte bis zum 6. Lebensmonat die Tagesfuttermenge in 3 Mahlzeiten, danach in 2 Mahlzeiten. | |
| Füttern Sie, um Virusinfektionen zu vermeiden, kein Schweinefleisch. | |
| Um der lebensgefährlichen
Magendrehung entgegenzuwirken, sollte ihre Dogge nach der
Fütterung für etwa 1,5 h im Haus oder Zwinger bleiben und
nicht springen oder toben. Da die Magendrehung immer mit einer starken Gasbildung im Magen einhergeht, ist auf eine gesunde Verdauung besonders zu achten. Der Grund für die Gasbildung sind Bakterien, die Faulgase erzeugen und nichts im Verdauungstrakt zu suchen haben. Man kann Verdauungsstörungen dieser Art durch folgende Maßnahmen bekämpfen: 24 Std. Fasten, danach leichtes Diätfutter wie z.B. Reis unter Zugabe von Joghurt z.B. LC 1. Durch die Bakterien im Joghurt werden die Faulgaserreger verdrängt und der Magen wird wieder stabiler. |
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| Lassen Sie kein Futter stehen. Dadurch werden schlechte Fresser erzogen. | |
| Bei Deutschen Doggen hat es sich bewährt den Futternapf etwas erhöht zu positionieren. | |
| Trockenfutter sollte nicht mit kochendem Wasser aufbereitet werden. Etwa 40 Grad/Celsius sind ausreichend. Wertvolle Inhaltsstoffe werden somit geschont. Trockenfutter ohne Wasser belastet den Magen und ist aus diesem Grunde abzulehnen. | |
| Um eine ausgewogenes Phosphor- Kalziumverhältnis zu garantieren sind mehrere Blutuntersuchungen zwischen dem 3. u. 8. Lebensmonat, aber auch später, notwendig. Überlagertes Futter hat weniger Vitamine. Es kann dadurch zu einer schlechten Aufnahme des Kalziums kommen. | |
| Hinweis zu
BARF: Bei Fütterung von Rohfleisch sollte man sicher sein, dass es nur von absolut gesunden Rindern kommt. Allein ein Infektion mit Neospora caninum kann verheerende Folgen für unseren geliebten Vierbeiner haben. |
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| Hinweis zu BSE: Durch BSE werden keine Bestandteile von Rinderköpfen angeboten. Da die Inkubationszeit bei BSE sehr hoch ist, besteht keine direkte Gefahr für unsere Hunde. Man sollte aber trotzdem nur Rindfleisch von kontrollierten Rindern kaufen. |
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| Tierische Nebenprodukte: In Trockenfuttermitteln werden neben dem angegebenen Fleisch (Geflügel, Lamm o.ä.) auch tierische Nebenprodukte verwendet. Bitte bedenken Sie, daß zu den tierischen Nebenprodukten auch komplette Tiere aus der Tierkörperverwertung gerechnet werden. Diese können unter Umständen sehr stark mit Medikamenten belastet sein. |
© Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.
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Kritische Links zu Fragen der Hundeernährung:
Skeletterkrankungen: Fütterungsbedingte Ursachen und Empfehlungen zur Prophylaxe
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