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Deutsche Doggen, mit oder ohne Papiere?

Diese Frage wird nicht selten gestellt und ruft bei engagierten Züchtern immer wieder Unverständnis hervor. Der Grund für die Fragestellung ist der Wunsch möglichst sehr preiswert eine "echte" Dogge zu erwerben. Nicht selten werden die normalen Preise für Zuchttiere als unrealistisch angesehen. Eine kurze, aber unvollständige Überschlagsrechnung die u.a. die Fütterungskosten, Deckgebühren usw. beinhaltet, festigt noch dieses Mißtrauen. Da man in den meisten Fällen sowieso nur einen Liebhaberhund möchte, ist auch der Besuch von Ausstellungen nicht angedacht. Man sucht nun einen Züchter, der wegen einer kleinen Differenz zum Standard seinen Welpen möglichst für 500,- Euro preiswerter abgibt, wobei man in einem solchen Fall natürlich auf die Zuchtpapiere verzichtet.

Das der Käufer trotz eines "super Sonderangebotes" über den Tisch gezogen werden kann, ist auf den ersten Blick kaum zu durchschauen. Insbesondere wenn die Welpen bereits älter als 2 Monate sind ist es schwierig nachzuvollziehen ob es sich um eine ordnungsgemäße Aufzucht handelt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß die meisten Doggeninteressenten zwar gut informiert sind, die Bestimmungen der Zuchtvereine sind aber meist nicht bekannt und deshalb ist es nicht einfach sich den realen züchterischen Aufwand vorzustellen.

Berechnet man den Welpenpreis nach den durchschnittlichen züchterischen Aufwand um einen artgerecht aufgezogenen Welpen abgeben zu können, so würde bei einer Wurfstärke von zwei Welpen ein Welpenpreis von mindestens 1500,-Euro zu Diskussion stehen. Bei einem Wurf von 15 Welpen könnten es in diesem Fall etwa 400,-Euro sein, wenn die Hündin regelmäßig eingedeckt wird. Das Preise von 400,-Euro nicht aus der Luft gegriffen sind, belegen einige Zeitungsanzeigen in denen dieser Preis angegeben wurde.

Damit nun Zuchthündinnen durch große Würfe nicht ausgebeutet werden, haben seriöse Zuchtvereine Zuchtsperren verhängt.

Das heißt:

Aus dieser Sicht muß der Preis für Welpen, natürlich völlig anders kalkuliert werden. An dieser Stelle kommt meist der Einwand, daß es sich ja bei der Doggenzucht um ein Hobby handeln sollte und deshalb ein rechnerischer Vergleich von Aufwand und Abgabepreis unangebracht ist. Dem muß man allerdings entgegenhalten, daß die Zucht der Deutschen Doggen eben doch finanziert werden muß und kein Züchter in der Lage ist durch zusätzliche Nebentätigkeiten sein Hobby zu finanzieren.

Gina vom Gehrensee

Welchen Vorteil haben nun Zuchtpapiere?

  1. Die Zuchttiere besitzen eine Zuchtzulassung und wurden auf Hüftdysplasie untersucht.
  2. Die Aufzucht von Welpen mit Papieren erfolgte unter Kontrolle eines Zuchtwartes.
  3. Zuchtbuchführende Vereine geben jedem Welpen Papiere als Bestätigung für deren Ahnen, die alle dem gültigen Rassestandard entsprachen. Es sind demnach Abstammungsnachweise.
  4. Zuchtpapiere sind ein Beleg für eine jahrzehntelange Zuchtarbeit, aber kein Garantieschein für eine später mögliche Zuchtverwendung.
  5. Der reale Wert einer Ahnentafel beträgt in der Regel 10,-Euro. Dieser Betrag dürfte für den Käufer eines Doggenwelpen ohne Bedeutung sein.
  6. Die Anerkennung von Zuchtpapieren und Zuchtzulassungsprüfungen durch einzelne Zuchtvereine ist sehr unterschiedlich. Auch bei den Papieren versucht der größte deutsche Doggenzuchtverein durch Nichtanerkennung von Dokumenten kleinerer Vereine seine Vormachtstellung zu sichern. Kleinere Zuchtvereine sind meist toleranter.

Bei den Deutschen Doggen "vom Gehrensee" (VDHV/UCI) werden Welpen generell nur mit Ahnentafeln abgegeben. Durch zusätzliche Kontrollen wird garantiert, daß alle Welpen registriert werden und Zuchtsperren wegen einer zu großen Welpenzahl eingehalten werden.

Dipl.Päd.G.Dießel, Nov. 1999

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