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Welpenaufzucht durch den neuen Halter |
Welpenaufzucht beim Züchter
Die Aufzucht von Welpen ist sicher ein spezielles Thema für den Züchter. Da aber jeder Doggenliebhaber vom Züchter eine artgerechte Aufzucht erwartet, ist dieses Kapitel auch für ihn durchaus interessant.
Was benötigt unser Doggenwelpe um sich optimal entwickeln zu können? Das sind der Bedeutung nach geordnet:
Wie kann man als Züchter diesen Anforderungen gerecht werden?
Um den Welpen optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, wird bei den "Deutschen Doggen vom Gehrensee" eine kombinierte Haus- u. Freilandaufzucht sehr erfolgreich praktiziert. In den ersten 3 Wochen werden die Welpen im Kreise der Familie aufgezogen. Der enge Kontakt zum Menschen wirkt sich sehr positiv auf die Entwicklung des Wesens aus. Eigenschaften wie Anhänglichkeit, Selbstbewußtsein und ein freundliches Aufeinanderzugehen werden somit praktisch in die Wiege gelegt. Da die Hausaufzucht ihre Grenzen hat, erfolgt die weitere Entwicklung nach den ersten 3 Wochen in einem speziellen Welpenzwinger mit einem großen Auslauf. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts (Vitamin-D Bildung) und die Bewegung an der frischen Luft, wird die Entwicklung des Bewegungsapparates gefördert. Gleichzeitig kommt es zur Abhärtung, wodurch die Immunabwehr verbessert wird.
Neben der optimalen Ernährung durch die Milch der Mutterhündin ist eine alterspezifische Ergänzungsfuttergabe durch den Züchter notwendig. Der Welpenkäufer kann schlecht aufgezogene Welpen an ihren dicken Bäuchen erkennen. In diesen Fällen wurde ungeeignetes, billiges Zusatzfutter in großen Portionen verabreicht.
Optimal aufgezogene Welpen haben
kräftige Knochen und sind sehr muskulös. Die Bauchlinie ist
gerade oder nach oben aufgezogen. Diesen Welpentyp erzielt man, wenn ein
sehr hochwertiges Futter in vielen
kleinen Mahlzeiten verabreicht wird. Das geht natürlich nur wenn die
Welpen rund um die Uhr betreut werden.
Die Prägung auf den Menschen kann man deutlich am Verhalten der Welpen erkennen. Bei den Deutschen Doggen "vom Gehrensee" besteht deshalb die Möglichkeit seinen Welpen ab dem 3. Lebenstag regelmäßig zu besuchen und damit seine Entwicklung zu verfolgen. Unter Einhaltung einiger hygienischer Vorsichtsmaßnahmen geht das völlig problemlos. In der Regel wird dann die Entwicklung des neuen Lieblings durch den künftigen Besitzer schon fotografisch dokumentiert. Nicht selten ist das erste Fotoalbum schon bei der Welpenübergabe voll.
Das können später sehr schöne Erinnerungen sein, da kaum jemand sich vorstellen kann, wie eine Deutsche Dogge einmal ausgesehen hat als sie im Alter von etwa 5 Tagen ein Gewicht von ungefähr 1 kg auf die Waage brachte.
Erfahrene Hundehalter wissen, wie unterschiedlich Welpen aufgezogen werden. Der Züchter als Liebhaber wird keine Mühe scheuen um gesunde, kräftige Welpen abzugeben, die einmal stolze Repräsentanten ihrer Rasse sein sollen.
Welpenaufzucht durch den neuen Halter
Die Welpen der Zuchtlinie vom Gehrensee sind bei der Abgabe bereits an viele Dinge des täglichen Lebens gewöhnt. Das Autofahren wird mehr oder weniger gelassen hingenommen. Nur das Einsteigen ins Auto muß noch geübt werden. Die nachfolgenden Videoclips dokumentieren die Robustheit von Hera und Hektor vom Gehrensee im Alter von 12 Wochen auch außerhalb ihrer gewohnten Umgebung. Die Videoclips wurden während eines Kurzurlaubs an einem abgelegenen Strand der polnischen Ostseeküste in der Nähe von Mielno (Polen) etwa 250 km von Berlin entfernt aufgenommen. Mehrere Übernachtungen auf einem polnischen Bauernhof waren kein Problem. Die Mutterhündin "Gina" war natürlich dabei.
| VIDEO 1 | VIDEO 2 |
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| Hera "vom Gehrensee" | Hektor u. Hera "vom Gehrensee" |
Hinweise:
Kommt ein Doggenwelpe das erste Mal in seine
neue Umgebung, dann ist in jedem Fall in den ersten Wochen ein
erhöhter Betreuungsaufwand erforderlich.
Eine nahezu rund um die Uhr Betreuung erleichtert den Übergang in die neue
Familie wesentlich. Für Berufstätige sollte Urlaub angesagt
sein, wenn "Oma" o. "Opa" nicht helfen können.
Die Welpen unserer Zuchtlinie wurden bereits
vor der Abgabe stark sozialisiert, müssen aber besonders in den ersten
Tagen nach der Übernahme mehr oder weniger kontrolliert werden.
Unsere Welpen laufen bereits am ersten Tag den neuen Familienangehörigen
auch ohne Leine hinterher. Sie versuchen unter Umständen auch bis aufs
Sofa zu folgen. Mit anderen Worten: Es wird eine lenkende Hand in der neuen
Umgebung benötigt. Ganz ohne Erziehung
geht es auch bei bester Veranlagung nicht.
Das Tragen des Halsbandes wird grundsätzlich wie selbstverständlich angenommen. Ein Brustgeschirr ist nicht notwendig, da die junge Dogge bestrebt ist ihrem Herrchen zu folgen. Kleine Ablenkungen beim Laufen an der Leine durch Schnüffeln sollten anfangs toleriert werden. Mit Toleranz geht das Laufen an einer etwas längeren Leine aber auch fast wie von selbst. Ab und zu sollte man dem Welpen aber auch klarmachen, dass die Leine eine "Richtschnur" des "Rudelführers" ist.
Doggenwelpen müssen besonders in der
Wohnung von Anfang an einige Spielregeln kennenlernen, die dann ein Leben lang
prägend sind.
Das beginnt mit den neuen Lösegewohnheiten in der fremden Umgebung.
Man sollte beachten, dass Welpen besonders nach dem Schlafen und nach dem
Fressen sich lösen müssen. Einfühlungsvermögen ist an
dieser Stelle von besonderer Bedeutung.
Auch bei einem Welpen muß nicht alles toleriert werden. Der Welpe sollte
seinem Herrchen nicht unbedingt auf die Toilette folgen können. Das
Alleinsein wird in solchen Situationen bereits geübt.
Es darf in der Regel alles (bis auf Lebensmittel) beschnüffelt werden,
knabbern ist aber grundsätzlich nicht erlaubt.
Den Sinn der scharfen Formulierung "Aus", genau zum richtigen
Zeitpunkt angewendet, sollte der Doggenwelpe rechtzeitig kennenlernen.
Kinder werden als Spielkameraden völlig akzeptiert, können aber keine
Erzieher unsere jungen Dogge sein. Das trifft besonders für Rüden
zu.
Damit ist keine Aggressivität gemeint, sondern es ist bereits inakzeptabel
wenn Kommandos ignoriert werden, nur weil derjenige der sie erteilt, selbst
noch kein Leitbild darstellt.
Der Welpe sollte besonders in den ersten Wochen nach der Übergabe auch nachts nicht isoliert sein. Der Schlafplatz darf keine Ausgrenzung sein, sollte aber auch gleich für später eine feste Lösung darstellen. Eine Umgewöhnung ist immer mit einer erneuten Eingewöhnung verbunden.
Mit der Fütterung gibt es grundsätzlich keine Probleme, wenn das empfohlene Markenfutter für große Rassen verwendet wird, und wenn man mit der Gabe von Leckerli vorsichtig ist. Eine Dogge sollte im Wachstum immer schlank gehalten werden.
In den ersten 4 Wochen nach der zweiten Immunisierung ist der Kontakt zu fremden Hunden auf ein Minimum zu reduzieren. Die Antikörper müssen erst gebildet werden. Erst danach ist der Impfschutz vollständig. Entwurmungen sind in den ersten 7 Monaten einmal im Monat nötig. Junge Doggen sind anfälliger gegenüber Würmer als ausgewachsene Tiere. Das gilt insbesondere wenn sie im Hundeauslaufgebiet sozialisiert werden.
Generell sollte besonders im ersten Lebensjahr
die Dogge mit fremden Hunden nur positive Erfahrungen machen. Hier hat das
Herrchen eine besondere Verantwortung, da das Sozialverhalten mit anderen Hunden sich nur
ohne Leine entwickeln kann.
Negative Erlebnisse können besonders in der ersten Entwicklungsphase
prägend sein. Man sollte also aggressiven Hunden, die nicht sozialisiert
u. schlecht erzogenen wurden, keine Chance geben.
Eigene Tiere, die bereits zum Haushalt
gehören, werden von unseren Doggenwelpen immer voll akzeptiert. Beim
Futter sollte man allerdings die Tiere trennen.
Wenn eine Katze einen noch jungen Doggenwelpen das Futter wegfrisst, wird sie
später in der gleichen Situation auf Distanz gehen müssen.
Bei frischem Futter, insbesondere wenn es sich um Knochen oder Fleisch handelt,
ist die Toleranzgrenze untereinander wesentlich geringer als bei
Trockenfutter.
Im Tierreich ist es normal das sich ein älteres, dem Welpen gegenüber
durchsetzungsfähigeres Tier, zuerst satt frisst. Hier muß
unterstützend gelenkt werden.
Tierarztkosten sind in den ersten Wochen
und Monaten nicht zu erwarten, wenn der Welpe keine Chance hat sich
ungeeignetes Futter zu suchen.
Das Fressen von Gras stellt dabei weniger ein Problem dar. Kritisch kann es
werden, wenn Mineralien im Futter fehlen und der Welpe diese in ungeeigneter
Form zu sich nehmen will.
Für den noch kleinen Welpen sind höhere Treppenstufen meistens von
allein ein Tabu. Treppen sollten aber auch später nicht
regelmäßig gestiegen werden. Klettern ist absolut verboten.
Von besonderer Bedeutung ist in den ersten Monaten die Bewegung. Eine
Überbeanspruchung des sehr schnell wachsenden Bewegungsapparates
kann zu Schäden an den Gelenken und damit zur Arthrose führen. Hier
ist Vorsicht und Augenmaß geboten.
Das Temperament und der Muskelapparat unserer Welpen ist stärker als die
zum gleichen Zeitpunkt schnell wachsenden Gelenke von ihrer Festigkeit her sein
können. Die Ausreifung des Skelettes unserer Doggen beginnt erst mit einem
Jahr.
Diese allgemeinen Hinweise sollen für einen guten Start in einer neuen Familie beitragen. Kritische Hinweise werden von Liebhabern in der Regel sehr positiv aufgenommen.
Konkretere Hinweise finden Sie unter:
- Haltung - Fütterung - Bewegung - Sozialisierung - Erziehung -
© by Dipl.Päd. G.Dießel / Mai 2008
Nachdruck und Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.