Die Fütterung von Doggenwelpen

Doggenwelpe am Gesäuge

Nur zur Muttermilch gibt es nahezu einheitliche Meinungen!

Hinsichtlich der Fütterung von Doggenwelpen werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt:
Welches Futtermittel ist das Beste? (mit der besten Preis-Leistung) und: Wie viel Futter muss ich in welchem Alter geben?
An dieser Stelle einige allgemeingültige Informationen hinsichtlich der Fütterung während der Aufzucht:
Die Fütterung von Doggenwelpen ist auf Grund der hohen Wachstumsintensität von enormer Bedeutung. Wenn unsere erwachsenen Deutschen Doggen eine Futtermischung aus Fleisch, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien bekommen, halten wir Eigenfuttermischungen in der Welpenaufzucht für zu riskant. Eine genaue Abstimmung der Komponenten ist in der Aufzucht sehr schwierig und geht nicht ohne regelmäßige Blutuntersuchungen. Das Füttern eines Doggenwelpen mit Eigenfuttermischungen ohne eine genaue Abstimmung des Kalzium-Phosphor-Verhältnisses ist ein Verstoß gegen § 2 TierSchG.
Hinweis: Folgendes Fertigfuttermittel hat sich in der Aufzucht junger Deutscher Doggen bestens bewährt: "Wolfsblut". Dazu sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Doggenwelpen vom Gehrensee einen deutlich höheren Futterverbrauch haben als von "Wolfsblut" für große Rassen angegeben wird.

Es gibt vier wichtige Argumente die für Markenfutter speziell für die Aufzucht großer Rassen sprechen:
1. Deutsche Doggen gehören zu den schnell wachsenden Hunderassen
2. Markenfuttermittel für die Aufzucht von schnell wachsenden Welpen sind genau auf diese Erfordernisse abgestimmt.
3. Die besten Futtermittel für große Rassen sind leicht energiereduziert u. verhindern damit ein "Treiben" des Welpen.
4. Fertigfuttermittel garantieren ein gleichmäßiges Wachstum, was mit Eigenfuttermischungen nicht möglich ist.

Hinsichtlich der Rohfütterung "BARF" hier ein Zitat von Prof. Dr. Jürgen Zentek, Institut für Tierernährung, Fachbereich Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin: "Die BARF-Fütterung ist unter hygienischen Gesichtspunkten nicht problemlos ... Kanadische Untersuchungen konnten zeigen, dass viele Hunde, die auf diese Art ernährt werden, Salmonellen über den Kot ausscheiden ..." ("Hunde richtig füttern" S. 89-90)
Darüber hinaus kann das Barfen ohne zusätzliche Kalziumgaben insbesondere bei großen, schnellwüchsigen Rassen zur Rachitis führen.
Speziell für die Aufzucht großer Hunderassen gibt es hervorragende Fertigfuttermittel die wesentlich besser sind als ihr Ruf. Da jeder auf seine Hausmarke schwört und teure Premiumqualität nicht selten zerredet wird, hier folgender Hinweis:
Eine sehr gute Futterqualität erkennt man nicht am Gesamtgewicht der Deutschen Dogge, sondern an den Läufen und Pfoten der heranwachsenden Dogge. Bei einem sehr guten Ernährungszustand besitzt die Dogge gut geformte "Katzenpfoten". Die Dogge steht darüber hinaus auf geraden Läufen.


>Doggenwelpe Katzenpfoten    >Doggenwelpe Katzenpfoten

Der Begriff "Katzenpfoten" umschreibt die sehr gute Winkelung der Zehen. Bei schlechtem Futter sind die Zehen fast gestreckt und von oben gesehen gespreizt. Die Läufe sind insgesamt weich, d.h. ebenfalls mit einer Winkelung in den Gelenken.
Die Fotos zeigen hervorragende Katzenpfoten von Indra vom Gehrensee trotz einer relativ hohen Laufintensität. Die Winkelung der kleinen Gelenke in den Pfoten werden definitiv in erster Linie vom Futter geprägt. Bei falscher Fütterung, Übergewicht und einer hohen Laufintensität können durchaus irreversible Fehlstellungen der Läufe entstehen.
Meinen Welpenkäufern empfehle ich grundsätzlich zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat das Kalzium-Phosphor-Verhältnis im Blut bestimmen zu lassen. Folgende Referenzwerte werden für wachsende Hundewelpen vorgegeben: Calcium ~3,25 mmol/l und Phospor ~2,81 mmol/l. Der Wert für alk. Phosphatase wird bei erwachsenen Hunden mit weniger als 147 U/L angegeben. Bei Welpen kann dieser Wert bis über 3x höher sein. (Quelle:laboklin.de)
Es hat sich herausgestellt, dass auch bei der Gabe von Spezialfuttermitteln insbesondere in Verbindung mit Leckereien ein beträchtlicher Phosphorüberschuss auftreten kann. Ein Überschuss an Phosphor kann die Aufnahme von Calcium beeinträchtigen. Es gibt immer unterschiedliche Meinungen über die Höhe der Bestandteile von Ca und P. Wichtig ist aber grundsätzlich, dass der Wert für Ca im Blut höher ist als der Wert für Phosphor. Probleme wie zum Beispiel eine mangelnde Knochenstabilität mit allen negativen Auswirkungen können die Folge sein. Auch eine chronische Nierenentzündung ist möglich.

Eine weitere Voraussetzung für eine korrekte Aufzucht ist, dass man sich zumindest annähernd an die von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen Daten für die Wachstumsgeschwindigkeit der Deutschen Dogge orientiert. In den meisten Fällen darf nicht "ad libitum" gefüttert werden, sondern die Nahrungsmenge muss angepasst, meistens reduziert werden.
Die oft gestellte Frage nach der Futtermenge ist sehr relevant aber nicht einfach zu beantworten. Die Angaben auf den Futtermitteltüten sind nicht selten mehr verwirrend als aufschlussreich. Hinzu kommt die Frage wann eigentlich die Deutsche Dogge Über- oder Untergewicht hat. Immerhin sollte man unterscheiden zwischen Rüde u. Hündin. Des Weiteren gibt es unter Deutschen Doggen sehr gute Fresser (Schlinger) aber auch schlechte Fresser. Es gibt den Molossertyp und die sportliche Dogge und anlagebedingt große und kleine Deutsche Doggen. Der übliche Hinweis die Rippen zu tasten ist mehr als relativ. Jeder hat hier andere Vorstellungen.
Unsere Hündin Indra vom Gehrensee wurde deshalb auf der Basis der Dissertation von Carmen Füglistaller von der Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich und auf der Grundlage der Daten unseres Premiumfuttermittelherstellers in Zusammenhang mit der Wachstumsgeschwindigkeit von Riesenrassen gefüttert.

Die Dissertation von Carmen Füglistaller ist eine sehr aufschlußreiche wissenschaftliche Arbeit zum Thema "Welpenernährung".
Hier zwei Zitate aus dem Abschnitt 6.2.4. Deutsche Doggen:
"...Dies bestätigt, dass die Deutsche Dogge im Vergleich zu anderen Riesenrassen einen höheren Energiebedarf hat (Rainbird und Kienzle, 1990)"
"Eine Überversorgung mit Rohprotein ist laut Meyer und Zentek (2005) und Case et al. (1997) nur ein Problem bei gleichzeitiger Energieüberversorgung."

Die wichtigsten Daten unserer Welpenaufzucht (Gewicht u. Größe) wurden dokumentiert und auf dieser Internetseite veröffentlicht.
Das Gewicht wurde im Interesse einer optimalen Doggengesundheit in Grenzen gehalten. Maximalwerte wurden nicht angestrebt. Die Gewichtsentwicklung soll eine Orientierung für unsere Welpenkäufer sein. Das gilt nicht für die Größenangaben, die u.a. auch von der Veranlagung abhängig sind. Wichtig zu erwähnen ist, dass Indra vom Gehrensee zwischen der 9. Lebenswoche und dem 8. Lebensmonat restriktiv in kleinen Portionen gefüttert wurde. Indra hat drei verschiedene Futtermittel (Puppy, Junior, Adult, alle in Premiumqualität) bekommen. Die verwendeten Fertigfuttermittel wurden speziell für die Aufzucht großer Rassen entwickelt.
Der neue Halter eines Doggenwelpen sollte sich bis etwa zum 4. Lebensmonat auf 4 Futterrationen täglich orientieren. Danach sind es 3 Portionen täglich.
Die Fütterung in kleinen Mengen sollte man beibehalten um eine Magenerweiterung zu verhindern. Die Magenerweiterung ist in den meisten Fällen eine Vorstufe zur Magendrehung. Das Futter sollte wegen der besseren Verdaulichkeit gut durchgeweicaktuelle Zuchthündinnen unvergessene Zuchthündinnenht und handwarm gegeben werden.
Da Indra ein sehr guter Fresser ist, wurde Übergewicht durch eine leicht gebremste Fütterung vermieden.
Die Studie von Dr. Carmen Füglistaller geht davon aus, dass die meisten Deutschen Doggen in der Wachstumsphase zu schwer sind. Die "ad libitum" Fütterung von Deutschen Doggen im Welpen- u. Jugendalter wird auch von uns abgelehnt.
Eine Deutsche Dogge muss nicht im Ausstellungsring der Jüngstenklasse durch Masse imponieren. Wer glaubt in der Doggenaufzucht einen Gewichtswettbewerb durchführen zu müssen, steht entweder unter starken Wettbewerbsdruck, oder lebt definitiv in einer anderen Welt.

weitere Informationen:
Gespräch mit Professor Zentek zum Thema BARF en
Deutsche Doggen vom Gehrensee - Fütterung von ausgewachsenen Deutschen Doggen
Literatur:
Meyer / Zentek - Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik
Jürgen Zentek - Hunde richtig füttern

© by G.Dießel

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