Züchterhinweise für den neuen Halter eines Doggenwelpen


>Sozialverhalten von Hunden
 
Diese allgemeinen Hinweise sind abgestimmt auf die Doggenwelpen unserer Zuchtlinie.
Konkrete problembezogene Hinweise bekommen unsere Welpenkäufer per E-Mail.


  • Der Doggenwelpe im Auto

Da unsere Doggenwelpen bereits vor der Welpenabgabe an das Auto gewöhnt werden, ist das Autofahren (unabhängig von der Entfernung) kein Problem.
Wichtig ist nur eine Bezugsperson auf dem Rücksitz. Durch persönliche Zuwendung wird der Verlust der vertrauten Umgebung schnell vergessen. Der Doggenwelpe sollte in den ersten Wochen ins Fahrzeug gehoben werden. Es ist empfehlenswert auch das Springen aus dem Auto in den ersten Wochen zu verhindern.

  • Stubenreinheit

Im Alter von 9-12 Wochen kann man nach dem Wechsel des Lebensumfeldes keine Stubenreinheit erwarten. Der Doggenwelpe muss sich in der neuen Umgebung erst zurechtfinden. Durch übermäßigen Druck kommt man bei der Stubenreinheit nicht sehr weit. Besser ist es den Doggenwelpen alle zwei Stunden an den Löseplatz zu bringen. Welpen lösen sich grundsätzlich nach einer Ruhephase (Schlaf) u. kurz nach dem Fressen. Mit etwas Einfühlungvermögen läßt sich diese Phase relativ schnell überbrücken.

  • Erziehung zum korrekten Verhalten in Wohnräumen

Kommt ein Doggenwelpe in eine neue Wohnumgebung ist es normal, dass er alles Neue erst einmal untersucht. Hinzu kommt, dass seine Mutter u. seine Spielkameraden fehlen. Er sucht sich also seine Bezugsperson als Orientierung und versucht seinen Spieltrieb anderweitig gerecht zu werden. Mit hundegerechten Spielzeug kann man den Spieltrieb in vernünftige Bahnen lenken. Das trotzdem Normen gesetzt werden müssen sollte selbstverständlich sein. Wie energisch man bei Fehlverhalten eingreift hängt von der Situation, aber auch von der Wesensfestigkeit des Doggenwelpen ab. Die Doggenwelpen vom Gehrensee sind wesensmäßig so fest, dass sie ein energisches Einschreiten durchaus vertragen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Welpe in den ersten Wochen nach der Übernahme beaufsichtigt werden kann. Eine weitere Grundbedingung für ein konsequentes Einschreiten ist eine enge emotionale Bindung zwischen Doggenwelpe und Halter. Vertrauen muss als aller erstes erst erworben werden. Nicht wenige Halter nehmen sich Urlaub für diese Zeit.
In den ersten Wochen wird u.a. auch die Rangordnung festgelegt. Auf der Basis einer klaren Rangordnung, die auf Respekt beruht, kann man ohne Probleme mit dem Sozialisieren des Doggenwelpen in der Öffentlichkeit beginnen.

  • Über die Sensibilität der Deutschen Dogge

Eine hohe Sensibilität ist im Vergleich zu anderen Hunderassen bei der Deutschen Dogge unbestritten. Das heißt aber nicht, dass Doggen Mimosen sein müssen.
Sie mit Samthandschuhen anzufassen, kann bei wesensschwachen Vertretern der Rasse richtig sein. Bei wesensstarken Deutschen Doggen ist es definitiv falsch. Selbstbewusste Doggen benötigen eine klare Ansage damit die von uns erwarteten Normen eingehalten werden.
Sensibilität bei Deutschen Doggen bedeutet, dass Doggen sich besser als andere Hunderassen an den Menschen binden. Eine gewisse Empathie kann ich als langjähriger Doggenzüchter, der seine Doggen nicht ständig in Zwingern hält, nur bestätigen.
Bei einer konsequenten Erziehung ist sehr wichtig, dass die Deutsche Dogge ein sehr hohes Maß an Zuwendung bekommt.
Eine konsequente, harte Erziehung ohne Liebe und Zuwendung führt zum Bruch der Persönlichkeit des Hundes. Das kann nicht Sinn und Zweck von Erziehung sein.
Ob bei bestimmten Haltungsformen, wie die Zwingerhaltung, die nötige Bindung an den Menschen aufgebaut wird, halte ich für sehr fraglich.

  • Ein Doggenwelpe benötigt Abwechselung

Die Entwicklungsphase in der ein Doggenwelpe abgegeben wird, ist genau genommen die Sozialisierungsphase. Der Welpe beginnt seine Umwelt zu erforschen neue Kontakte aufzunehmen und testet natürlich alles erst einmal aus. Das Welpen ihr eigenes Spielzeug haben, sollte selbstverständlich sein. Aber auch das wird einmal langweilig. Dem Welpen geht es darum neues zu entdecken. Kurze Ausflüge an der Leine in der Stadt können eine enorme Abwechselung bieten. Leichter ist es natürlich ohne Leine in Feld und Flur an Herrchens Seite spazieren zu gehen. Je mehr Abwechselung der Welpe bekommt, desto selbstsicherer wird er sich später bewegen. Die Erziehung zum korrekten Verhalten in Wohnräumen kann auf diese Weise erleichter werden.

  • Der Schlafplatz oder Rückzugsort

Die Einrichtung des Schlafplatzes hängt sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Für die Dogge sehr wichtig ist die Nähe zum Menschen. Die totale Ausgrenzung wird von ihr nicht akzeptiert. Wenn Herrchen außer Haus ist, kann aber ein hundegerechter getrennter Rückzugsort für alle sehr von Vorteil sein. Die Dogge wird diesen Ort nach und nach als ihren Bereich ansehen.

  • Unterordnung

In der erste Phase kurz nach der Übernahme des Doggenwelpen ist neben der Eingewöhnung und Sozialisierung auf eine neue Umgebung auch die Unterordnung des Welpen von enormer Bedeutung. An Hand des Verhaltens der Mutterhündin kann man sehr genau ablesen, das auch im Tierreich die Rangordnung sehr früh festgelegt wird. Die Mutter übt zwar Druck aus, niemals aber brutale Gewalt. Mit einer enormen Ausdauer und Konsequenz über einen langen Zeitraum wird die Rangordnung geklärt. Wenn man hier als Halter blauäugig nur die hübschen Augen eines Welpen sieht und gleichzeitig der Meinung ist die Erziehung in ein höheres Alter verlegen zu können, hat man unter Umständen mit der ausgewachsenen Deutschen Dogge deutliche Autoritätsprobleme.

  • Das Laufen an der Leine

Das Laufen an der Leine ist eine Grundvoraussetzung um mit einer Deutschen Dogge in die Öffentlichkeit gehen zu können. Mit dem Üben kann ab der 8. Woche begonnen werden. Die Leine sollte anfangs lang gehalten werden um nicht zuviel Druck auszuüben. Das Folgen kann aber auch im Wechsel mit Leine und ohne Leine geübt werden. Geübt wird in der Stadt selbstverständlich nur mit einer Leine, im Wald oder auf Feldern kann auf die Leine verzichtet werden.

  • Bewegung

Doggenwelpen benötigen Bewegung, sollten aber in ihrem Bewegungsdrang stark gebremst werden. Das Wachstum ist generell zu schnell um von belastungsfähigen Gelenken auszugehen. (siehe: Daten zur Entwicklung der Deutschen Dogge) Konkrete Hinweise zur Belastung von Deutschen Doggen im Wachstumsalter finden sie unter: Bewegung
Eine Folge von Überbelastung, in Verbindung mit falscher Fütterung, kann eine Arthrose sein.

  • Sozialisierung

Die Sozialisierung unserer Doggen erfolgt wie unter dem Textlink beschrieben. Es gibt mehrere Gründe für das sehr frühe Üben mit einem Doggenwelpen unter Praxisbedingungen. Ein Grund ist die Prägephase, die genau in den ersten Lebensmonaten einer Deutschen Dogge liegt. Ein zweiter Grund ist das noch relativ geringe Gewicht des Doggenwelpen. Über "schwierige Hürden z. B. bei öffentlichen Verkehrsmitteln" kann dann ein Doggenwelpe getragen werden, wenn es einmal schnell gehen muss.
Das Laufen an der Leine, das Einsteigen in einen Linienbus. Unumgänglich ist das Tragen des Doggenwelpen zur Überwindung von Treppen zur S- und U-Bahn.
Eine weitere Unterstützung wäre ein gut sozialisierter Zweithund, der als Vorbild dient. Doggenwelpen orientieren sich an Zweithunde. Dann geht vieles leichter. Sie orientieren sich aber auch an die nicht perfekten Seiten des "Bodyguards".

  • Die Entwicklung eines Sozialverhaltens

Unter Sozialverhalten von Hunden wird in der Regel das Verhalten von Hunden untereinander verstanden. Konkret ist damit der Naso-Nasal-Kontakt, die Ano-Genital-Kontrolle und das Imponierverhalten fremder Hunde gemeint. Deutsche Doggen ohne Sozialverhalten besitzen schlechte Begleithundeigenschaften und können sich sehr schnell zu Problemdoggen entwickeln.
Das Sozialverhalten der Hunde untereinander, wird durch einen Leinenzwang verhindert. Voraussetzung für die Entwicklung eines Sozialverhaltens ist entweder ein gut funktionierendes Hundeauslaufgebiet, eine gute Welpenspielgruppe, oder gut sozialisierte Hunde aus der näheren Umgebung.
Hunde lernen untereinander durch den Einfluss des Rudels. Es versteht sich von selbst, das man ein gutes Sozialverhalten nur in einem Rudel entwickeln kann, das selbst sehr gut sozialisiert ist. Problemhunde schaffen wieder Probleme. Solch einem Risiko sollte man den Doggenwelpen nicht aussetzen.

  • Gesundheitsprophylaxe

Unsere Welpen werden zweimal vor der Abgabe geimpft. Dabei handelt es sich um eine Zweifachimpfung mit 6,5 Wochen und eine Fünffachimpfung mit 9 Wochen. Entwurmt wird ab der 2. Lebenswoche regelmäßig.
Mit diese Prophylaxe kann nur das Schlimmste verhindert werden. Um einen ausreichenden Gesundheitschutz zu gewährleisten, ist eine zweite Fünffachimpfung erforderlich. Desweiteren sind, insbesondere bei häufigen Kontakt mit fremden Hunden, die vorgeschriebenen Entwurmungen in sehr kurzen Abstand zu wiederholen. Im Gegensatz zu ausgewachsenen Doggen sind Doggenwelpen wesentlich empfindlicher gegenüber alle Arten von Würmer. Das kann insbesondere die Wachstumsentwicklung deutlich negativ beeinflussen.

  • Durchfall

Doggenwelpen neigen dazu nahezu alles als Futter auszuprobieren. Hier ist Vorsicht geboten. Das gilt insbesondere bei giftigen Pflanzen oder ungeeigneten Knabbergegenständen wie z.B. Kieselsteine. Ein weiterer Grund für Durchfall können Entwurmungsmittel sein.
Bei uns hat sich bei Durchfall folgendes bewährt:
2-3 Mahlzeiten ausfallen lassen, damit sich der Darm leert. Danach selbstgekochte Hühnersuppe mit Hähnchenfleisch, Möhren und Naturreis als Diätnahrung geben. Nach 1,5 - 2 Tagen langsam wieder zum Trockenfutter übergehen. Länger anhaltender Durchfall sollte vom Tierarzt mit Antibiotika behandelt werden.

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